GVC Holdings übernimmt bwin.party Digital Entertainment – Analyse des Deals
Deal-Übersicht
GVC Holdings schloss die Übernahme des digitalen Unterhaltungsanbieters bwin.party im Februar 2016 für rund 1,1 Milliarden Pfund ab und stach damit ein Konkurrenzangebot von 888 Holdings aus. Dies war eine der bedeutendsten Konsolidierungstransaktionen im europäischen Online-Glücksspielsektor. bwin.party entstand 2011 durch die Fusion von bwin (einer österreichischen Online-Sportwettenmarke) und PartyGaming (der Muttergesellschaft von PartyPoker). Zum Zeitpunkt der Übernahme durch GVC betrieb das Unternehmen ein Markenportfolio mit den Marken bwin, PartyCasino, PartyPoker, Foxy Bingo und Sportingbet auf mehreren regulierten europäischen Märkten.
Warum GVC den Bieterwettbewerb gewonnen hat
Sowohl GVC als auch 888 sahen in bwin.party die transformative Chance, sich von mittelständischen Anbietern zu echten europäischen Glücksspielkonzernen zu entwickeln. GVCs Angebot war erfolgreich, da es den bwin.party-Aktionären eine Kombination aus Bargeld und GVC-Aktien bot – und ihnen so eine fortlaufende Gewinnbeteiligung im fusionierten Unternehmen ermöglichte. Das Angebot von 888 hingegen wurde als weniger wertvoll für die bestehenden bwin.party-Aktionäre wahrgenommen. Der Wettbewerb zwischen den beiden Bietern trieb den Preis über die ersten Analystenschätzungen, sicherte GVC die Übernahme aber letztendlich zu einem äußerst attraktiven Preis, angesichts der Entwicklung des Unternehmens.
Die Stiftung von Entain
Die Übernahme von bwin.party verschaffte GVC die technologische Infrastruktur, die Kompetenzen im Sportwettenhandel und die regulatorische Stellung in mehreren Märkten, die schließlich die Grundlage für Entains globale Geschäftstätigkeit bildeten. Die Sportwettenplattform von bwin wurde zum Kernstück von GVCs Beitrag zum Joint Venture BetMGM mit MGM Resorts im Jahr 2018 – die Technologie, die einen der drei größten US-amerikanischen Sportwettenanbieter antreibt. Ohne die Übernahme von bwin.party im Jahr 2016, die Übernahme von Ladbrokes Coral im Jahr 2018, das Joint Venture mit MGM und letztendlich das Rebranding von Entain wären in ihrer heutigen Form möglicherweise nie zustande gekommen.
Wichtigste Fakten
- Zu den Marken von bwin.party gehörten: bwin, PartyCasino, PartyPoker, Foxy Bingo, Sportingbet und Gioco Digitale
- bwin.party ist zum Zeitpunkt der Übernahme in mehr als 16 regulierten Märkten präsent
- Konkurrierender Bieter: 888 Holdings (verlor die Auktion)
- Transaktionsstruktur: Gegenleistung in bar und GVC-Aktien
- 2018: GVC nutzte die bwin-Technologieplattform für das BetMGM-Joint-Venture
- 2018: GVC erwarb Ladbrokes Coral für 4 Milliarden Pfund, was teilweise durch die Integration von bwin.party ermöglicht wurde
- 2020: GVC firmierte in Entain plc um
Marktsignal
Der bwin.party-Deal verdeutlicht, wie wettbewerbsorientierte Auktionsverfahren im iGaming-Bereich Käufer dazu zwingen können, über den ursprünglichen Schätzungen zu zahlen, aber dennoch einen außergewöhnlichen Wert erzielen, wenn die strategische Passung des zugrunde liegenden Assets überzeugend ist. GVC zahlte rund 1,1 Milliarden Pfund für ein Asset, dessen Technologieplattform allein nach der Öffnung des US-Marktes ein Vielfaches dieses Preises wert war. Für Verkäufer, die ein wettbewerbsorientiertes Verkaufsverfahren in Betracht ziehen, untermauert dieser Deal die Vorteile eines strukturierten, wettbewerbsorientierten Prozesses zur Maximierung des Verkaufspreises.
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